KUNST AUS DER GOSSE!
Von "// Vorschläge für die Stadt Linz"
Zum Projekt

KUNST AUS DER GOSSE!
Die Unterführung Hinsenkampplatz als Ausstellungsraum
Die Unterführung Hinsenkampplatz ist ein essenzieller Knotenpunkt von Linz, dem man als Linzer*in kaum aus dem Weg gehen kann. Schade eigentlich, dass ein Ort mit so unnachgiebigem, fluktuierendem Besucher*innenstrom nur Uringeruch in unterschiedlichen Nuancen, große Werbeplakate und gelegentliche sexuelle Belästigungen beim Nachhause gehen parat hält. Und das, obwohl doch so viel Potenzial in den Gängen und Gasserln unter den Linzer Straßen verborgen liegt! Als Künstlerin, persönliche Assistentin für Menschen mit Beeinträchtigung und leidenschaftliche Wahl-Linzerin ist auch mir die ungenutzte Fläche ein Dorn im Auge - deshalb möchte ich euch hiermit mein Konzept vorstellen.
“KUNST AUS DER GOSSE” ist die Idee für ein Projekt, das einen neuen, zugänglichen Kunst- und Ausstellungsraum im Herzen von Linz bieten könnte. Erfahrungsgemäß kann ich sagen, dass Linz wirklich nicht gerade die einfachste Stadt für junge Künstler*innen ist und einem gern der ein oder andere Stein in den Weg gelegt wird. Seien es sündhaft teure Galeriemieten, Elitismus in der Kunstszene oder Kürzungen der Förderungen im Kunst- und Kulturbereich; Die Tatsache, dass die Unterführung eben nicht aussieht wie eine steril-weiße Kunstgalerie, möchte ich mit offenen Armen und plakativem Titel begrüßen! Denn: Kunst ist für alle da und sollte auch für alle zugänglich sein! Außerdem bietet der Ort bereits viele nennenswerte Qualitäten, die die Umgestaltung zu einer offenen Kunstgalerie gar nicht so abwegig erscheinen lassen.
- INKLUSION
In Bezug auf die Kunst, die in der Unterführung ausgestellt werden könnte, könnte (und sollte!) man besonderes Augenmerk auf Vielfalt und Inklusion legen; immerhin wird der Ort ja auch von einer wahnsinnig breiten Facette an Menschen genutzt. In meiner Traumvorstellung der Umsetzung werden Amateurkünstler*innen, Laien, marginalisierte Gruppen und Sonderlinge nicht nur geduldet, sondern herzlich dazu eingeladen, diesen Knotenpunkt mitzugestalten. Kulturell bietet das Kalenderjahr mehr als genug Möglichkeiten, um thematisch relevante Ausstellungen daran anzupassen. Zudem beherbergt OÖ, insbesondere Linz, großartige Möglichkeiten für kreative Kooperationen mit Kollektiven, Vereinen, Einrichtungen o.Ä. Weiters ist die Unterführung (theoretisch, da 12% Steigung) barrierefrei.
- KUNST VON/FÜR ALLE
Da die Unterführung Hinsenkampplatz, wie oben bereits erwähnt, ein Knotenpunkt für Menschen aller Art ist, sollte auch die Möglichkeit, dort etwas auszustellen für Menschen aller Art zugänglich sein. Obwohl die Lage für Kunstschaffende, deren Werke gern gesehen werden möchten, nicht besser sein könnte, wäre es mein Wunsch, das Ausstellen in der Unterführung leistbar zu gestalten. Damit meine ich: leistbar für junge Menschen, leistbar für (soziokulturelle) Vereine, leistbar für frisch gegründete Kollektive und vielleicht sogar leistbar für Menschen ganz ohne ‘disposable income’. In meiner Idealvorstellung der Umsetzung gibt es für alle die gleichen Chancen – ohne die Möglichkeit, sich noch zwei, drei neue Chancen dazuzukaufen.
- LEISTBARE UMGESTALTUNG
Die Räumlichkeiten der Unterführung müssten für die Umsetzung meiner Idee NICHT grundlegend verändert werden. Die Schaukästen und Glasfronten, in denen nun schon seit Jahren Werbung ausgestellt wird, könnte man auch mit Skulpturen, Mode, Videokunst, Fotografien, Malereien oder Grafiken füllen. Kurzgesagt: Weg mit der Werbung, die es doch ohnehin an jeder Straßenecke und Bushaltestelle gibt! Her mit der Kunst im öffentlichen Raum!
Da nichtersichtlich ist, in welchem Rahmen sich das Budget für die Umsetzung des Projektes befindet, versuche ich, im folgenden Absatz die essenziellen und optionalen kostengebundenen Punkte separat aufzuschlüsseln. Hierbei anzumerken ist jedoch, dass die Erfüllung der “essenziellen” Punkte nicht das endgültige Ziel, sondern das absolute Minimum einer gelungenen Umsetzung für mich definieren.
Essenziell:
- spiegelfreies Panzerglas/Sicherheitsglas
- Lichtsituation anpassen
- Weitere Schaukästen bzw. Glaskästen (= mehr “Slots”)
- Neuer Anstrich, regelmäßige Reinigung und Instandhaltung
Optional:
- Ausbau der Überwachungskameras
- Installation von einem oder mehreren Bildschirmen für digital art
- Installation von einem oder mehreren Lautsprechern für Video- und Audiokunst
- Bau von öffentlichen Toiletten
IDEEN FÜR DEN LANGFRISTIGEN ERHALT:
Ich hoffe, die folgenden Punkte können euch meine Gedanken dazu etwas erläutern. Da ich den Budgetrahmen für die Umsetzung nicht kenne, behalte ich es mir vor, von genau definierten Beträgen zu sprechen. Zudem sollen die folgenden Punkte eher als Ideenfetzen und angedachte Möglichkeiten angesehen werden, statt als Fixum oder Voraussetzung.
- Open Call (Thema “XY”) alle 1/2/3 Monate > jede*r kann sich mit seinen/ihren Kunstwerken “bewerben” > Organisation/Kuration wählt passende Werke
- Ausstellungspreis pro “Slot” > die unterschiedlichen Schaufenster bzw. Glasnischen (“Slots”) könnten einzeln vergeben werden und nach Größe oder Sichtbarkeit bepreist werden
- Gelegentlich ganzheitlich vermieten > vereinzelt könnte die Unterführung auch monatsweise zur Gänze von Einzelperson(en) gemietet werden, um in anderen Monaten die Kosten für die Ausstellenden gering zu halten.
- Organisation/Kuration als Volunteer oder als Praktikum > die Betreuung bzw. Organisation und Kuration der Unterführungs-Galerie könnte u.A. mit Unterstützung von Volunteers (z.B. Kunstuni, HBLA für künstl. Gestaltung Linz,..) funktionieren

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