Teilweise offenes Kanalbewässerungssystem für die Stadt
Von "// Ein Klimawandelanpassungskonzept für Linz"
Zum Projekt
Angesichts von abwechselnden Trockenperioden und Starkregenereignissen ist es nicht nur für die Landwirtschaft wichtig, diesem Umstand stärker Aufmerksamkeit zu schenken.
Es wird entscheidend sein, jenes Wasser, das in kurzer Zeit oft in großen Mengen fällt, auch aufzufangen und in den Boden zu bringen. Dafür bietet das Schwammstadtkonzept bereits viele Ansatzpunkte.
Ich möchte hier noch weiter gehen und dieses ergänzen:
Linz liegt an der Donau und auch die Traun fließt durch den südlichen Stadtteil, bis sie in die Donau mündet. Die Vision einer Kombination von historischen landwirtschaftlichen Bewässerungsanlagen und von großen Kanäle wie dem Donaukanal in Wien, Kanälen in Venedig oder Amsterdam könnte auch in Linz realisiert werden:
Größere und kleine befestigte, durchlässige Kanäle schlängeln sich an der Oberfläche entlang von Straßenzügen, verschwinden in den Untergrund und treten an Plätzen an schön gestalteten Brunnen und Tiertränken wieder hervor. Wie kann das realisiert werden?
Baulich sicher eine Herausforderung aber vielleicht machbar. Die Kanäle werden mit Schwellen und sonstigen regulierbaren Barrieren und evt. Pumpen ausgestattet, die über ein Smartes System eigenständig überwacht und gesteuert werden. Damit wird der Durchfluss reguliert und Verschmutzungen werden schneller erkannt und lokalisiert. Das Wasser kommt von den Flüssen und/oder vom Niederschlag und wird unabhängig vom Abwassersystem durch die Stadt geführt, bis es in Teichen, Flüssen mündet oder im Erdreich versickert.
Damit erfüllen diese Adern, die sich wie ein Kapillarsystem durch Linz ziehen, wertvolle Aufgaben:
Bei Starkregenereignissen kann Wasser schnell aufgefangen und in den Boden geleitet werden, ohne durch zu rasches Abfließen von der Oberfläche das Kanalsystem zu überfluten, während die Böden trocken bleiben. Hier ist die Kombination mit Versicherungsflächen jedenfalls notwendig und sinnvoll.
Dazu kommt, dass eine dauernde Bewässerung über die beiden Flüsse möglich ist und damit der Boden nie ganz trocken wird. Dadurch bleibt auch eine höhere Speicherkapazität aufrecht. Böden brauchen eine gewisse Durchfeuchtung, damit sie Wasser gut aufnehmen können.
Ein weiterer Vorteil ergibt sich durch die entstehende Verdunstungskälte an den Wasseradern und -stellen. Auch gut befeuchtete Wiesenflächen sind nicht nur schön bewachsen, sie liefern auch einen Beitrag zur Kühlung. In orientalischen Gärten wird die Kunst der Bewässerung schon seit jeher genützt.
Bereits früher gab es solche Anlagen im landwirtschaftlichen Bereich, wie diese Beiträge zeigen:
https://de.frwiki.wiki/wiki/Canal_d%27irrigation#Quelques_canaux_d'irrigation_c%C3%A9l%C3%A8bres
https://www.bluehendesoesterreich.at/bauernlexikon/waal-bewaesserungsgraben-bewaesserungskanal
